Folge 48: Florian Noll - Bayerische Staatsforsten – Forstbetrieb Rothenbuch

Shownotes

Der ausgebildete 43-jährige Förster hat in Eberswalde und Vancouver studiert und wohnt in der Nähe von Regensburg. Unter der Woche kümmert er sich für die Bayerischen Staatsforsten um riesige Waldflächen im Spessart. Was viele nämlich nicht wissen, ist, dass der Freistaat der mit Abstand größte Waldbesitzer in Bayern ist – und das gilt auch für unseren Spessart.

In der aktuellen Folge kommt also erstmals ein Förster zu Wort. Das wurde auch Zeit, denn unser Spessart ist doch so etwas wie das Haupt-Identifizierungsmerkmal für Gäste und Einheimische unserer Kulturlandschaft. Florian erklärt uns, welche Bäume im Spessart wachsen, wie die Baumarten mit dem Klimawandel zurechtkommen und was da sonst noch alles wächst und gedeiht.

Er verrät uns, wie viele Festmeter in seinem Forstbetrieb jedes Jahr geerntet werden, wie intensiv und was dort gejagt wird und wie wichtig auch die Erholungsfunktion des Waldes ist und was ihn zum Sehnsuchtsort macht.

Nicht zuletzt erfahren wir, was es mit den Trekkingplätzen im Spessart auf sich hat, wo man Jahrhunderte alte Eichen und Buchen bestaunen kann und wie das mit den Pilzen und Beeren gehandhabt wird …

Der Forstbetrieb Rothenbuch der Bayerischen Staatsforsten im Netz: www.baysf.de/rothenbuch

Der Tourismus-Internetauftritt des Touristikverband Räuberland im Hochspessart, zu dem Rothenbuch gehört: www.raeuberland.com

Weitere Folgen zum Spessart-Gebabbel gibt es wie immer auch hier: www.spessartgebabbel.de

Alles über Tourismus, Freizeit, Touren und Veranstaltungen im gesamten Spessart und Mainviereck unter: www.visitspessart.de

Transkript anzeigen

00:00:02: Es ist natürlich am einfachsten, einfach hinzugehen und das Ganze erst mal auf sich wirken zu lassen.

00:00:21: An einem schönen Sommertag sind das wirklich Oasen wo man drinstehen kann und sich einfach nur denkt wow also so muss ein Wald aussehen diese Spesserteiche wirklich berühmt, weil sie von der Qualität einzigartig ist.

00:00:35: Wir sind dafür verantwortlich dass der Wald mit seinen ganzen Funktionen also sei es die Produktion von Holz, Sauerstoff und Wasser und halt auch die Erholungsfunktion das sowas noch in den nächsten Generationen möglich ist.

00:00:47: Die Trekking-Zeltplätze sind auf unseren Flächen werden vom Spessartbund betreut, kann dann damit mehrtägige Wanderungen durch den Spessert machen und abends an einem Zeltplatz mitten im Wald übernachten.

00:01:01: Es ist halt die schönste Möglichkeit in Spessard hautnah

00:01:04: kennenzulernen.".

00:01:05: Heute sitzt mir Florian Null gegenüber!

00:01:08: Er isst seit gut einem Jahr kommissarischer Forstbetriebsleiter im Forst Betrieb Roten Buch der bayerischen Staatsforsten.

00:01:15: Der ausgebildete, forty-jährige Förster hat in Eberswalde und Vancouver studiert.

00:01:20: Und wohnt in der Nähe von Regensburg.

00:01:23: unter der Woche allerdings kümmert er sich um über siebzehntausend drei hundert Hektar Wald im Spessart.

00:01:30: was viele nämlich nicht wissen ist dass der Freistaat Bayern damit Abstand größte Waldbesitzer hier in Bayern isst und das gilt auch für unseren Spessard.

00:01:41: Höchste Zeit also dachten wir uns, dass wir hier im Spessartgebabbel auch einmal einen Förster zu Wort kommen lassen.

00:01:47: Ist der Wald bei uns doch so etwas wie das Hauptidentifizierungsmerkmal für Gäste aber auch für die Einheimischen in unserer Kulturlandschaft?

00:01:58: Wie man solch riesige Waldflächen managed was in unserem Spessort alles wächst und gedeiht und welche Funktionen unser Wald erfüllt Ich nenne es mal Sehnsuchtsort Wald ausmacht, darüber spreche ich heute mit Florian Noll.

00:02:13: Hallo und herzlich willkommen bei uns im Spessartgebabbel!

00:02:15: Hallo Michael!

00:02:17: Schön dass du da bist aus dem wunderschönen Roten Buch hierher ins Studio gekommen Denn roten Buch ist der Sitz des Forstbetriebs bayerische Staatsforsten.

00:02:28: Fangen wir vielleicht einmal damit an Warum haben die bayerischen Staatsforston so viel Wald?

00:02:34: Und was ist ein Forst Betrieb?

00:02:35: und warum sitzt er gerade in Rotem

00:02:36: Buch?

00:02:38: Also roten Buch ist ein gewissen Sonderfall in Bayern, also weil Roten Buch und der ganze Spessart oder der Teil des Spessarts ja erst relativ spät Teil des Freistaats wurde.

00:02:50: Die Bayerischen Staatsforsten sind eine Anstalt öffentlichem Rechts die zwei tausend fünf nach der Forstreform gegründet wurde mit dem Ziel den Staatswald in Bayern zu bewirtschaften.

00:03:02: Und wir sind aufgeteilt in forty-fünf Fortbetriebe die in ganz Bayern verteilt sind und eine Zentrale in Regensburg, ein paar Sonder-Sachen wie Bildungszentren.

00:03:15: Wir haben Pflanzgärten genau unter Roten Buch.

00:03:18: als Forstbetrieb ist hervorgegangen aus dem Bayerischen Forstamt Rotenbuch welches wiederum auf eine knapp tausendjährige Geschichte zurückblickt für die Für die Mainzerzeit im Spessart war das Forstamt Roten Buch, der sitzt ... Das Forstmeisters im Spassert.

00:03:42: Und damit wurden die Mainz-Besitztümer hier im Spässer gemanagt.

00:03:46: D.h.,

00:03:48: man kann sagen in Rotenbuch haben wir seit ungefähr tausend Jahren sozusagen so eine Art Forstzentrale oder Waldzentrale?

00:03:55: Ja, man ist damals auf den Trichter gekommen.

00:03:57: also man hat dieses Riesenwaldgebiet und was macht man da mit?

00:04:00: Also erstmal muss mal jemanden hinschicken Der guckt, der nach dem Rechten schaut.

00:04:04: Dann hat man diesen Forstmeister nach Roten Buch geschickt und den Tagelöhner gegeben

00:04:11: bzw.,

00:04:11: die den Wald gerodet haben und dort dieses Dorf gebaut haben.

00:04:17: Eigentlich hat man den Wald genutzt für die Jagd und er hat dann erst später festgestellt... Man kann aus dem Wald auch Holz gewinnen, welches man zum Bauden verwenden kann.

00:04:27: und so ist diese Forstgeschichte seit... sind mittlerweile neunhundertvierzig Jahre, ja.

00:04:33: Achthundert vierzig, ja!

00:04:34: Acht hundertvierzig sind's?

00:04:36: Und jetzt hast du erwähnt es gibt einundviertzeig Forstbetriebe glaube ich und deiner in Roten Buch ist einer von diesen einund vierzig aber er deckt nicht den ganzen Spessart ab da gibts noch mehr oder?

00:04:47: Genau also der Spessert das ist immer wichtig zu sagen.

00:04:53: Der Kernspessart wird von zwei Forst Betrieben abgedeckt.

00:04:56: Das sind wir einen roten Buch wo die Kollegen in Heigenbrücken Aber der Spessart je nach Definition ist ja mehr.

00:05:03: Also das sind knapp zweihunderttausend Hektar, die man zum Spessor zählt und da sind natürlich noch ganz andere Besitzerarten drin.

00:05:13: Kommunalwälder, Privatwälter und halt die zwei Staatsforstbetriebe und dann unmittelbar angrenzend im Norden natürlich weitere Staatsforerstbetriege, die Teile vom Spessort beziehungsweise auch der Röndern wehnhalten.

00:05:27: Und dann gibt's auch noch den hessischen Spresser, dort ist es aber wahrscheinlich etwas anders organisiert.

00:05:31: oder

00:05:32: weißt du das?

00:05:32: Die haben auch Forstämter.

00:05:34: Aber wie die Kollegen... Wie das da ist von der Verteilung her weiß ich jetzt nicht hundertprozentig.

00:05:40: Okay!

00:05:42: Bleiben wir in Roten Buch auf bayerischer Seite.

00:05:46: Ich habe ja vorhin schon gesagt seit einem Jahr ungefähr oder etwas mehr bist du da.

00:05:52: Förster bzw.

00:05:54: Kommissarischer Leiter eines Forstbetriebs.

00:05:56: und was muss man dazu können und lernen oder studieren zum Beispiel?

00:06:00: Also das ist, ja wir brauchen erstmal natürlich ein Interesse am Wald.

00:06:04: ich glaube dass es das Wichtigste was den Beruf ausmacht.

00:06:09: Und von der Ausbildung her ist es ein Studium welches sich in Bachelor- und Masterstudium aufteilt und danach einen Referentariat In zwei Jahren nochmal das Ganze vertieft und einen vorbereitet auf die Aufgaben, die in einem bayerischen Forstbetrieb oder auch in der Forstverwaltung so anliegen.

00:06:33: Das heißt wenn du sagst Referendariat bist dann quasi Beamter?

00:06:37: Oder heißt es nur so?

00:06:40: Im Referendariat ist man Beamter Also nennt sich Beamter auf Widerruf.

00:06:45: Und bei den Staatsforsten, wir sind ganz normal angestellte im öffentlichen Dienst und die Kollegen von der Forstverwaltung, die hoheitlich tätig sind, die sind nach wie vor verbeamtet.

00:06:56: Okay!

00:06:57: Das heißt ihr seid jetzt nicht auf dem Papier hochheitlich tätig aber letztlich verwaltet ihr den Forst für den Bayerischen Staat weil er der Eigentümer ist?

00:07:07: Genau!

00:07:09: Da gibt's wahrscheinlich hundert Dinge zu tun, aber was sind so eure Kernaufgaben?

00:07:12: Also was müsst ihr tun damit das alles mit dem Besserwald so gut funktioniert wie es.

00:07:18: Wir sind dafür verantwortlich dass der Wald, so wie wir ihn kennen mit seinen ganzen Funktionen also sei es die Produktion von Holz, sei es eine Produktion aber auch von Sauerstoff und Wasser und halt auch die Erholungsfunktion das sowas noch in Fuchzig oder auch in Hundert Jahren den nächsten Generationen möglich ist.

00:07:41: Das ist eigentlich die ureigenste Aufgabe eines nachhaltig wirtschaftenden Forstbetriebs.

00:07:48: Das heißt, wenn man jetzt mal die Holzfunktion nehmen, ich nenne sie mal so es sollte immer genug Holz da sein was man ernten kann und dazu muss sich aber auch entsprechend vorausplanet wieder etwas pflanzen richtig oder?

00:08:01: Ja also wir sind natürlich immer daran interessiert, dass nicht mehr entnommen wird als was auch nachwächst.

00:08:08: Das ist ja so die einfachste Definition einer Nachhaltigkeit.

00:08:13: Gleichzeitig müssen wir natürlich für die Holzproduktion erfüllen Aufgaben wie wir bewirtschaften die bekannte Spesserteiche – das ist also….

00:08:26: Wir haben aber auch noch andere Sortimente, die an überregionale Sägewerk gehen und da kommt Ja, soziale Komponente natürlich irgendwo auch rein.

00:08:36: Wir haben auch eine Bevölkerung die zum Beispiel Brennholz aus dem Wald zieht

00:08:41: bzw.,

00:08:42: die das ist auch eine Spessart Spezialität Forstrechte hat.

00:08:47: Das ist dann auch ein Aspekt den wir natürlich immer im Hinterkopf behalten müssen.

00:08:54: Vielleicht machen wir diesen Schwenkmal mit was nicht jeder wird wissen, was genau bedeutet das?

00:09:00: Wer hat diese und was kann man da machen?

00:09:03: Das ist jetzt ein Spezialthema, weil es wirklich nur den Spessart betrifft.

00:09:08: Im Spessert haben die Gemeinden, die Hochspessartgemeinden insgesamt mein ich siebzeinander Zahl haben sogenannte Forstrechte das heißt die können Brennholz aus dem Wald aus dem Staatswald gewinnen Und Kanda können die Bürger, die in diesem Dorf wohnen und die kriegen.

00:09:32: zweimal im Jahr haben sie drei Wochen Zeit ihr Brennholz dort zu machen.

00:09:37: Das ist ein historisches Recht welches auch im Grundbuch eingetragen ist und dementsprechend relativ einmalig in Deutschland ist Und etwas, wo die Bevölkerung auch sehr stolz drauf ist.

00:09:47: Ja und warum haben Sie dieses Recht?

00:09:49: Hat das vor hunderten von Jahren Ihnen jemand mal gewährt oder haben sie das erkämpft oder bekam das dazu?

00:09:54: Ja, Sie haben es erkämpft und haben es dem König abgetrotzt wie sie zu Bayern kam, dass das halt ins Grundbuch einkommt.

00:10:01: also wurde ihnen gewährt für ihre Aufgaben als Er hat zum Beispiel Jagdgehilfen im Spessart.

00:10:08: Und wie kommt ihr da jetzt ins Spiel?

00:10:11: Können die einfach rein und nehmen, was sie wollen oder weißt ihr etwas zu?

00:10:15: oder wie ist das Zusammenspiel mit den Bürgern?

00:10:17: Nee, das wird zugewiesen.

00:10:19: Wie gesagt zweimal im Jahr werden Karten ausgehängt wo wir sagen indem und dem Waldstück rund um die Gemeinde sind Hiebe gelaufen und die Bürger können dann in diese Waldstücke reingehen und können dort ihr Brennholz gewinnen.

00:10:35: Okay, gut.

00:10:36: Also wieder mal etwas was den Spessart einzigartig macht.

00:10:39: Ja wirklich also das gibt es eigentlich sonst nirgends woanders?

00:10:43: Vielleicht finden wir ja dann noch mehr.

00:10:45: du hast gerade schon die Eiche erwähnt und ich möchte fast sagen die Spessarteiche ist ja fast schon was Sprichwörtliches.

00:10:53: Woran liegt es?

00:10:54: und haben wir wirklich so viel Eichen oder ist es nur ein Gefühl?

00:10:57: wie ist da so die Baumverteilung?

00:10:59: Wir jetzt im Forstbetrieb Roten Buch?

00:11:01: ist es so dass wir einen Viertel Eiche haben.

00:11:05: Die Hälfte des Baumestands ist Buche und das andere Viertel, wir haben dann zehn Prozent Fichte also vergleichsweise wenig.

00:11:14: Und noch andere Nadelbaumarten.

00:11:17: Also ein Viertell des Volumens ist Eiche und diese Spesserteiche ist wirklich berühmt weil sie von der Qualität einzigartig ist.

00:11:28: Es gibt in Deutschland zwei Herkünfte die für die Eiche wichtig sind, beziehungsweise die berühmt sind wegen der Qualität.

00:11:39: Das eine ist die Spessarteiche und das andere ist die Pfälzer-Eiche.

00:11:42: Und die Pfalzbüberwissen war ja auch mal bayerisch

00:11:45: also...

00:11:46: Die Tradition ist die gleiche!

00:11:49: Was zeichnet die Eiche aus?

00:11:53: Es ist die Farbe, es ist der Jaringbau, der natürlich aufgrund der waldbaulichen Behandlung kommt und es ist das Bewusstsein für diese Eichenwirtschaft zu streiten und sich damit auseinanderzusetzen.

00:12:09: Das ist das, was es einzigartig

00:12:11: macht.".

00:12:13: D.h.,

00:12:14: die Eiche ist hier nicht nur deshalb weil's so gute Bedingungen gibt sondern weil man sie auch entsprechend behandelt?

00:12:21: Oder?

00:12:22: Die Eiche ist ein Kunstprodukt.

00:12:24: Also was heißt ein Kunst-Produkt, die Eiche käme natürlich auf ungefähr zwei bis drei Prozent der Fläche vor und man ist halt schon von Jahr vor Jahrhunderten auf den Trichter gekommen.

00:12:33: Na ja, die eiche lässt sich erstens für viele wichtige Sachen verarbeiten also als sei es Bauholz für Schlösser, sei es für Fässer und man kam halt auf die Idee diese Eichennachzucht am Leben zu erhalten.

00:12:50: Unter Einbeziehung der Bevölkerung auch, also das ist eigentlich den nächste Punkt, der den Spessart auszeichnet.

00:12:59: Eichenwirtschaft geht nur unter Einbeziehen der Bevölkerungen.

00:13:04: Die Bevölkerung die Eicheln sammelt Kulturfrauen Saatfrauen, die die Eichelen säen dann ausgrasen und die Bevölkerung, die halt danach die Vornutzungsprodukte also das Brennholzwaster, die Dünnenstangen, die Anfallen, die sie nutzt.

00:13:24: Und sich so halt um diese Eichenbestände

00:13:27: kümmert."

00:13:28: im

00:13:28: Zusammenspiel mit Förstern und Waldarbeitern.

00:13:32: Ich habe für die Hörer, die etwas weiter wegwohnen wenn man die A-III entlang fährt da gibt es ja auch diese braunen touristischen Hinweisschilde und auf einem steht glaube ich Eichensaat im Spessart oder sowas ähnliches.

00:13:42: ist das genau dass?

00:13:43: Das ist genau das!

00:13:44: Es ist also seit über zweihundertfuchzig Jahren wird dieser Eichensaat im spessart nachweislich betrieben.

00:13:53: schriftlichen Anordnungen, in dem und dem Bestand sind so und so viele Zentner oder Doppelzentner Eiche zu sehen.

00:13:59: Und das ist mittlerweile sogar

00:14:02: UNESCO-Kulturerbe.".

00:14:05: Kleiner Funfact noch, damit ich mit meinem Wissen ein bisschen angeben kann.

00:14:09: Wer früher noch die D-Mark Münzen kannte auf dem Fünfzig Fennigstück?

00:14:14: Da sieht man so eine Kulturfrau, die glaube ich einen Eichensetzling behandelt oder so ähnlich.

00:14:18: Genau

00:14:18: das ist es ja!

00:14:20: Nur dass bei uns halt gesät wird.

00:14:22: also das heißt Die Bevölkerung sammelt Eicheln gibt sie ab und wir versähen die teilweise.

00:14:28: Und guten Großteil geht natürlich auch an unsere eigenen Baumschulen, die davon wiederum kleine Setzlinge machen, die dann auch in anderen Regionen Bayerns verpflanzt werden können.

00:14:40: Okay aber wenn man aufmerksam durch den Wald laufen würde, würde man sozusagen ich nenn es jetzt mal Eichenanzuchtflächen finden?

00:14:47: Ja natürlich in verschiedenen Stadien von ganz jung bis zu teilweise über dreihundertjährigen Eichen die natürlich jetzt geschützt sind.

00:14:58: Ja, und die normalen Nutzeichen wie alt werden oder was ist ein perfektes Alter um sie dann zu ernten?

00:15:05: Das kommt darauf an.

00:15:08: Normalerweise sagen wir so zweihundertdreißig, zweihundertvierzig Jahre aber das kommt je auf den Standort beziehungsweise je nach Durchmesser bzw je nach Produkt an was draus gemacht werden soll.

00:15:20: Das ist natürlich...was mich immer fasziniert hat ist, dass ein Förster so lange vorausdenken muss.

00:15:27: Ich stelle mir das jetzt mal provozierend vor.

00:15:32: Wenn ich andere Jobs habe dann merke ich heute oder in einem Jahr was ich sozusagen gesät habe oder angelegt habe.

00:15:37: ihr müsst immer sagen okay das was es jetzt hier reingebe ist vielleicht in zweihundert Jahren erst nutzbar?

00:15:43: Ist das schön oder ist es manchmal auch?

00:15:45: naja?

00:15:46: ich sag mal Man weiß ja gar nicht, ob die Entscheidungen, die ich jetzt treffe, überhaupt die richtigen waren in fünfzig Jahren.

00:15:51: Es ist eine Verpflichtung!

00:15:53: Also wir probieren mit dem Wissen was wir heute haben das Beste für die Zukunft zu machen.

00:16:03: Im Falle einer Eichenwirtschaft muss man sich überlegen dass da zehn Generationen von Förstern um einen Baumhof drum rumstehen.

00:16:09: also... Ich sage immer allein wie viel Hirnschmalz in den einzelnen Baum schon gegangen ist.

00:16:15: Das ist faszinierend.

00:16:17: Bei anderen Baumarten sind es Umtriebszeiten, also bis der Baum erntereif ist von hundert Jahren und zwanzig Jahren.

00:16:26: Da stellt sich die Frage dann natürlich auch weil wir natürlich auch das Wissen nicht haben.

00:16:33: wie sieht's in hundert bis hundzwanzig jahren bei uns aus?

00:16:37: Und ja andere Baumarte du hast gesagt die Buche ist vorherrschend.

00:16:42: Wie viel insgesamt so Plastisch als Vorstellungen für den Laien nimmt man denn so in einem Jahr bei euch im Forstbetrieb aus dem Wald raus?

00:16:52: Also wir haben im Jahr einen sogenannten Hiebssatz, also eine Entnahme von knapp hunderttausend Festmetern.

00:17:00: Wenn man sich vorstellt der Forst Betrieb sind siebzehntausend Hektar ungefähr die mit Wald bestockt sind.

00:17:09: diese siebzen tausend Hekter wie könnten Wir könnten nachhaltig mehr entnehmen als diese hunderttausend Festmeter.

00:17:18: Aber tun's nicht, weil viel von dem Volumen natürlich auch in Jüngeren noch nicht erntereifen Beständen ist und mit Hunderttaussend Festmetern sind wir da relativ.

00:17:31: also das sind hundertausend Kubikmeter.

00:17:34: damit sind wir auf jeden Fall nachhaltige unterwegs und der Wald wird vom Volumen eigentlich mehr jedes Jahr.

00:17:44: Und was passiert damit?

00:17:45: Also ganz grob Brennholz haben wir schon gesagt, aber wahrscheinlich auch Bauholz und...

00:17:50: Grobe Verteilung.

00:17:52: Brenn Holz macht nur einen relativ kleinen Teil des Ganzen aus.

00:17:55: der Großteil geht in überregionale Vermarktungen bzw.

00:18:00: im Falle der Buche bleibt eigentlich ein Großteil hier im näheren Umkreis geht an mittelständische Seegewerke die davon Schnittholz machen.

00:18:10: Und das wiederum wird dann zumöbeln oder zu?

00:18:13: Teilweise

00:18:13: zumöbeln.

00:18:15: Von der Buche, die Buch hat vielfältige Verwendungsmöglichkeiten.

00:18:19: Das dünnere Holz kann z.B auch für Zeltstoff verarbeitet werden, wo dann wieder Windeln und so was gemacht werden kann.

00:18:25: Wir haben ein großes Seegewerk in Aschaffenburg, wo wir Bücher einschneiden können ... Oder wo Bücher eingeschnitten wird von Leinbinder- und Konstruktionsholz.

00:18:35: Die Fichte geht meistens an überregionale Seegewerke, die dadurch halten.

00:18:40: Oder davon halt ganz normal Bauholz machen.

00:18:43: Andere Nadelbaumarten, Lärche und Douglasie werden für hochwertiges Schnittholz größtenteils im Außenbereich oder sowas verwendet.

00:18:51: Die Eiche wiederum hatten wir ja gesagt wird für hochwärtige Produkte hergenommen... Zum Beispiel?

00:18:59: Also auch Möbeln oder irgendwie Phonier?

00:19:01: Phoniers

00:19:02: ist die hochwertigste Verwendung.

00:19:04: also Wir haben noch ein großes Phoniewerk in Loa Und dort geht die Funiereiche hin.

00:19:12: Dann haben wir natürlich Käufer aus dem Innen- und Ausland, die die Eiche für Fassholz kaufen.

00:19:18: Für Weinfässer?

00:19:20: Genau!

00:19:21: Das sind große Fässer, das sind kleine Fässers.

00:19:25: Das sind, ich sage immer, Fässern bis hin zum Bernardinerfass.

00:19:31: Und dann natürlich auch ein Großteil davon geht ins Schnittholz.

00:19:34: Also was dann wiederum natürlich auch für Möbel oder für Tische oder sowas verwendet werden kann.

00:19:41: Die Fässer, das ist ja ganz spannend!

00:19:43: Warum?

00:19:43: Also liegt es an der... dass die Eiche als Material so eine spezielle Eigenschaften hat?

00:19:50: Oder gibt sie auch, ich sage jetzt mal Geschmack an den, an das an, was ab, was drin ist?

00:19:55: Die gibt doch Geschmacks an das, was drinnen ist.

00:19:58: Und ja, die Eichel lässt sich halt natürlich für sowas auch gut verarbeiten und die EICHE ist widerstandsfähig.

00:20:04: Und ja, macht den Wein oder was darin gelagert wird.

00:20:09: Oder auch den Whiskey oder so auf jeden Fall nicht schlechter.

00:20:13: Das heißt wenn ich mir jetzt neue Marketing Strategien überlegen würde könnte man behaupten in vielen Weinen aus aller Welt und des Zillens ist trotzdem ein Stück Spessart drin weil die Eiche vielleicht den Geschmack damit reingegeben hat?

00:20:27: Ja ganz bestimmt.

00:20:29: nur mit unserer Spessarteiche sind wir wahrscheinlich im höheren Preissegment unterwegs.

00:20:36: Also ich weiß nicht, ob unsere eins sich Fässer oder Wein aus Fässern der Spesserteiche leistet.

00:20:43: Weißt du vielleicht auch heimische Winsel?

00:20:45: Wir haben ja eine tolle Rotwein-Region bei uns.

00:20:47: Ob die auch Spesserteiche verwenden für die Fässers, weißt du das?

00:20:51: Ich weiß es nicht aus dem Kopf.

00:20:52: wir haben uns aber lustig.

00:20:55: vor wenigen Tagen habe ich mit einem Kollege darüber geredet, ob's nicht mal ne Idee wäre ein fass ausm Forstbetrieb bauen zu lassen aus unserem holz wein rein zu packen und dann einfach mal warten ob der wein ein forstbetriebswein ob das vielleicht?

00:21:12: was wäre

00:21:13: ja klar.

00:21:14: also der heimatliche bezug ist sehr auf jeden fall da.

00:21:17: genau

00:21:19: apropos heimatbezug der wald wir haben gerade schon drüber gesprochen bringt holz aber er ist natürlich auch lebensraum für Viele andere Lebewesen, wie sieht's denn da aus mit der Jagd?

00:21:31: Ist das für euch auch Thema oder machen das andere und kümmert euch nicht.

00:21:34: Oder wahrscheinlich hängt alles irgendwie zusammen.

00:21:36: Ja es hängt alle irgendwie zusammen.

00:21:38: also wir sind auch für die Jagd zuständig.

00:21:40: Wir bewirtschaften diese siebzehntausend Hektar auch jagtlich.

00:21:45: paar Flächen davon beziehungsweise ein paar Reviere sind verpachtet Und ja ungefähr drei Viertel der Fläche wird von uns selbst bejagt und gemanagt Und wir stellen dort, also wir sind natürlich da verantwortlich zu gucken dass der Wald wächst und entsprechende Anzahl von Tieren auch erlegt wird.

00:22:11: Man hört es immer mal ist das ein zunehmendes Problem gerade Wildsäue oder habt ihr das im Griff?

00:22:17: jetzt mal ganz grob?

00:22:19: Hat das zugenommen oder wie ist da der Stand der Dinge grade?

00:22:22: Ja Wildschweine sind natürlich eine Spezies, die sich relativ schnell fortpflanzen kann und die natürlich durch Sachen wie eine Eichelmast oder so auch in Zeiten von energiereicher Nahrung sich relativ schön vermähren können.

00:22:40: Ja sie haben zugenommen und was uns da besonders Sorgen bereitet ist halt die afrikanische Schweinepest, die ja nunmehr seit ein paar Jahren nur zehn Kilometer von hier entfernt das letzte Mal aufgetreten ist.

00:22:56: Und wir haben natürlich die Sorge, dass wenn diese solche bei uns auftreten würde, dass es... Dass wir dann ja gerüstet sein müssen und dementsprechend probieren wir schon unsere Bestände an Schwarzwild oder einen Wildschwein auszudünnen beziehungsweise runterzufahren um eben der afrikanischen Schweinepest da das Potenzial zu nehmen, dass es sich schnell in der Population ausbreiten kann.

00:23:29: Und wenn sie denn käme?

00:23:30: Was würde das bedeuten, dass viele wildschweine

00:23:34: sterben

00:23:34: oder?

00:23:35: Wir hätten viele veränderte Wildschweinen für Menschen ist so unbedenklich aber wir hätten natürlich auch die Kann auf hausschweine gehen.

00:23:42: Das ist jetzt im Spessart oder in unserer Region.

00:23:45: ist das ja ich will nicht sagen kein Problem.

00:23:48: Es ist ein problem Natürlich Aber in anderen Regionen Deutschlands, wo halt die Schweinehaltung sehr viel größer ist.

00:23:56: Es ist natürlich ein größeres Problem.

00:23:59: Also dass es dann übergeht und sich auswirkt auf die Fleischproduktion zum Beispiel?

00:24:02: Genau!

00:24:03: Und das dann die Leute halt oder die Landwirte ihre Schweinebestände kollen müssten.

00:24:10: Nur mal auch da so eine Größenordnung.

00:24:12: wieviel Wildschweine und wie viele Hirsche- oder Rehe sind da im normalen Jahr...

00:24:20: Wir sind im Normaljahr.

00:24:21: also Im relativ normalen Jahr sind wir irgendwas bei siebenhundert bis neunhundert Wildschweine, je nachdem wie die Population halt aufgrund von Masten und so ist.

00:24:33: Beim Rotwild sind wir zwischen hundert- bis zweihundert Stück Rotwilde, die wir erlegen.

00:24:39: Und beim Rehen sind wir bei ungefähr sechs bis sieben Hundert Rehen in einem guten Jahr.

00:24:47: Die gehen dann in die regionale Vermarktung?

00:24:49: Genau!

00:24:50: Ein Großteil wird natürlich vom Erleger mitgenommen.

00:24:58: Es geht natürlich was an die lokale Gastronomie und es geht aber auch etwas in die überregionale Vermarktung, also ein Wildgroßhändler, mit dem wir natürlich Abnahmeverträge

00:25:07: haben.".

00:25:08: Und du hattest gerade gesagt, ihr seid für den Jagd zuständig?

00:25:12: Ist dann jeder der bei euch im Team ist?

00:25:14: macht er beides Forst-undjagd oder gibt's da Spezialisten?

00:25:18: oder wie ist das organisatorisch

00:25:20: aufgeteilt?".

00:25:20: Also wir haben sogenannte Verantwortungsbereiche am Betrieb und das ist auch wieder ein Sonderfall in Roten Buch.

00:25:27: Wir haben zwei Berufsjäger, die nichts anderes machen als den Wildbestand zu kontrollieren beziehungsweise Neujutsch würde man sagen Wildlife Management betreiben.

00:25:38: Die haben auch ihre Verantwortungsbereiche und machen da zusammen mit den Perchbezirklern ja eigentlich exklusiv Jagd.

00:25:47: Der Revierleiter, also wir haben neun Reviere.

00:25:49: Die Revier-Leiter jagen natürlich auf ihren Flächen auch.

00:25:53: Okay.

00:25:54: Jetzt gibt es aber nicht nur Säugetiere sondern es gibt natürlich auch noch andere Pflanzen.

00:25:58: Es gibt Pilze und Bären.

00:26:00: Wie ist denn das so für den Bürger?

00:26:04: Ich habe mal was gehört von dem freien Betretungsrecht des Waldes.

00:26:07: Gibt's das wirklich und kann ich mir zum Beispiel in unbegrenzter Menge irgendwelche Bären oder Pilze rausnehmen oder ist das irgendwie geregelt?

00:26:14: Wie ist das für Wanderer und Bürger auch?

00:26:19: Man sagt immer, dass Pilzkörbchen und kleine Schälchen bären.

00:26:23: Das darf sich jeder Wandererin mitnehmen.

00:26:25: Natürlich darf man die Fläche in der Bayerischen Verfassung festgeschrieben.

00:26:29: Das freie Betretungsrecht.

00:26:31: Es sind besonders geschützte Bereiche.

00:26:35: Naturschutzfachlich sehr wertvolle Bereiche, die sind ausgenommen.

00:26:40: Ja, zur Menge her.

00:26:41: Wenn Sie jetzt ankommen mit dem Lieferwagen und Ihre komplette Familie zum Bären oder Pilze sammeln schicken dann wäre das nicht mehr zulässig.

00:26:52: wenn sie aber alleine raus geben ein kleines Schälchen mit haben und ihre Steinpilze suchen dann sagt da keiner was.

00:27:00: Und das ist auch alles in geregelten Bahnen?

00:27:02: Oder kommt ja schon mal etwas vor wo man jemand in Anführungszeichen erwischt der das

00:27:07: größer betreibt.

00:27:08: Man hört Ja, es kommt schon manchmal vor dass Kollegen sagen ja da hat man jemanden erwischt der das ganze kommerziell betreibt und die vielleicht die Steinpilze weiter verkauft.

00:27:22: Aber ich glaube ein Riesenproblem ist es im Spessart jetzt nicht weil naja jeder, der seinen Hotspot hat für die Schwammel.

00:27:33: Der gibt ihn ja ungern preis und dass da jemand von außen reinkommt und sich ausgerechnet diese Hotspots findet.

00:27:40: ich glaube das ist relativ unwahrscheinlich.

00:27:43: Okay jetzt haben wir die Pilze-Sammler und die Bären-Samler aber wir haben natürlich vor allem auch die Wanderer und denke auch den einen oder anderen Mountainbiker.

00:27:52: wie ist es damit?

00:27:54: Nutzungs- und Erholungfunktionen?

00:27:56: Und aber auch gleichzeitig der Schutz der Wälder und der Tiere.

00:28:01: Gibt es da Regelungen oder gibt's da Konflikte und Probleme?

00:28:05: Oder läuft das bei uns im Spessart relativ geräuschfrei, wie nimmt ihr das wahr?

00:28:10: Also aus unserer Erfahrung ist es eigentlich relativ geruischlos und wir haben da wenig Konflikte.

00:28:18: Wir haben ausgewiesene Wanderwege in einem großen Umfang Auf jedem Forstweg natürlich die Möglichkeit, dass Leute mit dem Fahrrad mit Mountainbike unterwegs sind.

00:28:30: Und wir haben auch ausgewiesene Mountainbike Trails im Bereich des Forstbetriebs.

00:28:37: Zum

00:28:38: Beispiel, wo sind die?

00:28:39: Wir haben

00:28:39: in Heimbuchenteil ein Trail, der zum Teil bei uns auf dem Gelände oder auf der Fläche ist und in Elsenfeld im Süden.

00:28:46: Da ist auch noch mal einen Mountainbike-Trail.

00:28:49: Die Kollegen vom Nachbarbetrieb in Heigenbrücken, die haben sehr viel mehr Mountainbike Trails.

00:28:54: also ich glaube wir sind da... Man muss das ja über den Gesamtspessart sehen!

00:28:58: Das ist nicht nur die Fläche des Forstbetriebs roten Buch sondern das ist ja der Gesamtspessart.

00:29:02: Ich glaub' wir haben dann relativ großes Angebot.

00:29:05: Natürlich gibt es immer irgendwo auch mal Reibungspunkte, sei es zwischen Wanderern und Mountainbikern.

00:29:12: Sei es zwischen der Forstwirtschaft und Erholungssuchenden.

00:29:17: aber mit einem gewissen Verständnis füreinander kann man das ja in den meisten Fällen relativ gut lösen.

00:29:30: Und das zählt dann wahrscheinlich auch zu den Aufgaben eines Revier first, dass die Menschen dann eben auf sowas freundlich anzusprechen?

00:29:37: Genau.

00:29:38: Der

00:29:38: Revier-First ist der erste Ansprechpartner für die Menschen vor Ort und wenn es da Probleme gibt meistens auch ja der Erste der da vor Ort davon erfährt Ja, der Revierleiter oder die Revier-Leiterin kommt dann zu mir.

00:29:56: Falls es irgendwas ist was irgendwie ein Überregionalen beziehungsweise einen überrevierweisen Bezug hätte.

00:30:03: Wenn's natürlich um eine Nutzung geht für die Ausweisungen von irgendwelchen Mountainbike Trails oder sowas da sind wir wieder in einer ja das ist ne ganz andere Hausnummer.

00:30:11: Ich hab gehört dass es seit einiger Zeit auch die Möglichkeit bei euch gibt ein ganz besonderes Walderlebnis zu haben nämlich auf Trekkingzeltplätzen zu übernachten.

00:30:19: Was steckt dahinter und wo sind sie?

00:30:21: Die Trekking-Zeltplätze, davon gibt's zwei bei uns im Forstbetrieb.

00:30:25: Ein roten Buch.

00:30:26: Zwei im Nachbarforstbetriebe in Heigenbrücken und die sind auf unseren Flächen, werden vom Spessartbund betreut.

00:30:35: Auf der Spessertbund Website kann man sich dann für diese Plätze anmelden und kann damit mehrtägige Wanderungen durch einen Spessort machen und halt sein Zelt mitnehmen und abends am einem Zeltplatz mitten in der Natur, mitten im Wald übernachten.

00:30:54: Da gibt es eine Feuerstelle, da gibt's Brennholz.

00:30:56: Gut bei dem Wetter jetzt nicht!

00:30:58: Ja

00:30:58: klar...

00:30:59: Aber es ist halt so her.

00:31:02: die schönste Möglichkeit den Spessart hautnah kennenzulernen und

00:31:06: alles ganz legal richtig

00:31:07: Und alles ganz legal.

00:31:09: Wie muss man sich denn den Alltag vorstellen?

00:31:10: Ich denke mal je nach Zuständigkeit ist er mehr draußen oder weniger draußen Am Baum und mehr Management, wie ist das bei dir oder vielleicht mal deine Situation?

00:31:21: Und dann auch von jemandem der Revierförster.

00:31:24: Was machen die?

00:31:25: Also meine Situation ist die eines Menschen, der gesagt hat ich studiere Forst weil ich draußen sein will um dann festzustellen dass ninety-fünf Prozent meiner Zeit mit Management Aufgaben im Büro zu tun haben.

00:31:41: Für den Revierleiter draußen ist es was anderes.

00:31:44: Der hat wahrscheinlich das Kreuzchen an der richtigen Stelle gemacht, der darf wirklich noch draußen sein.

00:31:49: Er hat seinen Revier mit ungefähr zweitausend Hektar und ist dort zusammen mit den Forstwirten, mit den Waldarbeitern und den Unternehmern dafür verantwortlich dass in Anführungsstrichen der Laden läuft, also das Holz kommt.

00:32:05: Dass die jagtlichen Einrichtungen passen und gejagt wird, dass die Naturschutzmaßnahmen durchgeführt werden, dass Begepflege gemacht wird.

00:32:13: Dass eben die Mountainbiker sich nicht darüber beschweren, dass der Weg voller Schlaglöcher ist.

00:32:20: Dass umliegende Nachbahnen vielleicht an den Staatswald angrenzen, dass denen kein Baum auf dem Kopf fällt.

00:32:28: Jetzt bei uns ... ist es nicht das Problem.

00:32:31: Oder dass Bäume auf andere Infrastruktureinrichtungen fallen, zum Beispiel die Bahn oder dass irgendwelche Straßen von fallenden Bäumen betroffen sind?

00:32:41: Also das ist ein Pottburi von verschiedenen Aufgaben was wir oder was die Revierleiter den ganzen Tag zu tun haben.

00:32:50: Inwieweit spielt jetzt gerade bei dem Beispiel Verkehrssicherung oder dass nichts umfällt Die Veränderung des Klimas eine Rolle.

00:32:59: Ich denke, wir haben jetzt viel Trockenheit erlebt diesen Frühlingsommer.

00:33:03: ist das auch ein Thema was euch beschäftigt?

00:33:06: Natürlich also ich hätte vor wenigen Jahren noch gesagt der Spessart ist so die Insel der Glücksseligen also insbesondere hier.

00:33:15: Ja, der Süd spessert mit den großen Laubholzpartien.

00:33:19: Weil man natürlich gesagt hat ja die Buche ist relativ unempfindlich gegen diesen Klimawandel, das eigentlich eher ein Gewinner und die Eiche sind nur ganz besonders.

00:33:28: Das Bild müssen wir vielleicht ein Stück weit revidieren.

00:33:33: Es gibt keine reinen Gewinner-Baumarten im Klimawandel.

00:33:36: Und ja, wir haben mehr Schäden, mehr Trockenschäden an Buchen

00:33:39: d.h.,

00:33:39: da können große Äste runterfallen.

00:33:41: Wir haben auch Schäde an Eichen Schadinsekten an der Eiche, die in der Vergangenheit zwar vorgekommen sind, deren Bedeutung wir aber einfach weil sie nicht so häufig und in deren Zahl vorgekommen sind.

00:33:56: Die Bedeitung war halt einfach nicht so groß.

00:33:58: Und die kommen jetzt weil ein angenehmeres Klima für die herrscht?

00:34:01: Genau oder die Bäume gestresst sind, weil natürlich die Trockenheit teilweise mehr wird.

00:34:05: also wir sagen immer wir spüren jetzt im Wald noch die Auswirkungen dieser trockenen Sommer von dass die Bäume eben in ihrer Widerstandskraft geschwächt sind.

00:34:20: Und es gibt natürlich auch die Theorie, wenn man sich anschaut ... Wir hatten in den letzten vier Jahren, drei Jahren, hatten wir zwei Eichelmasten und ein Baum der gestresst ist beziehungsweise der halt merkt vielleicht geht's dem Ende zu, der produziert noch mal Frucht um sich vorzuflanzen Wahrscheinlich eine Konsequenz dieser Trockensommer.

00:34:50: Und diese Trocken-Sommer, ja ich glaube da sind wir uns alle einig sind natürlich nur mittelbare Konseqenzen des Klimawandels.

00:34:58: Das ist interessant.

00:34:58: das heißt also wenn man es jetzt personifizieren würde eine Eiche die merkt ich lebe nicht mehr so lange produziert noch mal sehr viel versucht nochmal sehr viel Nachwuchs zu produzieren.

00:35:10: Genau, so ist das eigentlich bei vielen Baumarten und das machen wir uns natürlich dann zu Nutze.

00:35:17: Ja okay!

00:35:20: Und wie kann man jetzt dem entgegenwirken?

00:35:23: Also man hört ja immer mal wieder, man muss eben andere Baumarten etablieren.

00:35:26: aber gibt es überhaupt welche die da... Du hast gesagt Bucheiche sind vielleicht besser aber auch nicht optimal.

00:35:32: Gibt's noch irgendwas was da sozusagen noch in Petto is'?

00:35:35: Wir haben natürlich die Möglichkeit mit anderen Baumarten zu arbeiten.

00:35:40: Da ist der Spessart aber wieder aufgrund seiner geschützten Bestände beziehungsweise seiner geschützen Landschaftsbestandteile und des Schutzstaates, der da drauf ist vielleicht nicht ganz so geeignet.

00:35:56: Aber wir können natürlich mit fremdländischen Baumarten wie zum Beispiel der Douglasie, die jetzt in anderen Teilen vom Spessard schon seit hundert Jahren angebaut wird bei uns auch, aber in geringerem Umfang können wir das Ganze so ein bisschen abfedern.

00:36:10: Aber das Wichtigste ist halt einfach dass wir gucken, dass wir möglichst viele Baumarten auf der Fläche haben.

00:36:16: Bei uns ist immer der Vergleich mit der Börse.

00:36:19: eine Risikostreuung ist immer besser als auf eins zu setzen und zu sagen Das is es jetzt!

00:36:26: Also keine Fichten Monokulturen oder sowas?

00:36:28: Die Fichte ist natürlich das extremen Beispiel.

00:36:30: man hat halt damals aufgrund Der Zeit hat man halt gesagt, wir brauchen schnell Bauholz und hat auf die Fichte gesetzt.

00:36:38: Und das ist ja auch jahrhundertelang gut gegangen.

00:36:42: Heutzutage würde man sagen, wir streuen das Risiko her und gucken mal was in fünfzig bis hundert Jahren ist.

00:36:48: Im Punkt der Trockenheit gab es doch, meine ich auch vor ein paar Jahren im Harz eine gewisse große Probleme.

00:36:53: oder wie kam das da?

00:36:55: Ja nicht nur im Harzen also da waren einige Regionen Auch in Nordbayern, also in Oberfranken waren betroffen Richtung Thüringen rüber.

00:37:04: Die Kombination aus Hitze und Trockenheit schwächt insbesondere natürlich die Fichte und macht sie dementsprechend leichter angreifbar für den Borkenkäfer der dann diese Bestände zum Absterben bringt.

00:37:18: Und diese abgestorbenen Bestände müssen dann möglichst schnell geräumt werden beziehungsweise diese befallenden Bestände um eben die Ausbreitung zu verhindern.

00:37:29: Und das ist eine schwierige Aufgabe, weil wenn ich nur Rheinbestände habe also Fichte an Fichte dann ist es natürlich sehr viel schwieriger als zum Beispiel bei uns im Spessart wo die Bestände eigentlich grundsätzlich immer gemischt sind.

00:37:48: Wo halt der Borkenkäfer, wenn er eine Fichte befallen hat erst mal ein Stück weit fliegen muss bis er die nächste findet.

00:37:56: Das heißt der geht auch nur an Fichten?

00:37:58: Borkenkäfer ist für sonst kein Baum ein Problem?

00:38:00: Es gibt verschiedenste Borkenkäfer.

00:38:05: Der Hauptschädling in der Fichte ist der Buchdrucker und der würde auch bei entsprechender Populationsgröße, würde er auch andere Bäume befallen, andere Nadelbäume.

00:38:19: aber seine bevorzugte Baumart ist die Fichte.

00:38:25: Ja, fassen wir mal zusammen.

00:38:28: Die Schutzfunktion ist da und man muss vorausschauen.

00:38:32: Wir haben die Erholungsfunktion natürlich auch, was mit dem Nutzen gemacht wird, haben wir auch besprochen.

00:38:37: aber wenn ich jetzt sozusagen Lust bekommen habe den Spessartwald auch mal sozusagen live zu erleben gibt es in Roten Buch oder auch darüber hinaus Angebote, Naturschutzgebiete, Lehrpfade wo man mal einen näheren Einblick gewinnen kann im Wald?

00:38:55: Das Einfachste ist natürlich mit dem örtlichen Revierleiter, mit dem Förster Kontakt aufzunehmen.

00:39:04: Die bayerische Forstverwaltung bietet da Fortbildungsmöglichkeiten an in verschiedensten Richtungen auch hier oben und natürlich kann man auch so sagen es wird darüber diskutiert einen neuen Waldlehrfahrt beziehungsweise auch ein neues Bildungszentrum für Wald eben spessert zu errichten, war ja in den Medien.

00:39:28: Das wird natürlich dieser Aufgabe dann hoffentlich gerecht werden.

00:39:34: Und jetzt bin ich gerade überlegen diese, ich sag mal berühmte Naturschutzgebiete Eichhall und Rohrberg sind die bei euch im...

00:39:44: Die sind bei uns, ja!

00:39:45: Kann man da drum rumlaufen?

00:39:47: Natürlich,

00:39:48: man kann da auch reinlaufen.

00:39:51: Teilweise sind auch Tafeln da, wo man sich darüber informieren kann.

00:39:57: Es ist natürlich am einfachsten einfach hinzugehen und das Ganze erst mal auf sich wirken zu lassen.

00:40:03: Also an einem schönen Sommertag mit weniger als einunvierzig Grad es sind das wirklich Oasen, wo er drinstehen kann und sich einfach nur denkt wow also so muss ein Wald aussehen

00:40:16: Und das ist einer, der schon seit Jahrzehnten nicht mehr angefasst wird?

00:40:20: Oder wie muss man sich das vorstellen.

00:40:21: Genau also wir haben mehrere Naturschutzgebiete.

00:40:24: Also auch das Naturschutzgebiet Metzger zum Beispiel.

00:40:28: Das ist eine eines der ältesten Naturs Schutzgebiete in Bayern wo man schon... Also im Metzge hat man... ...atman gesagt Wir machen hier nichts mehr.

00:40:39: Im Eichhall da hat man vor zwanzig Jahren gesagt Jetzt machen wir hier gar nichts mehr.

00:40:44: Aber das sind Bestände, die halt auch damals schon über dreieinhalb Jahre alt waren.

00:40:49: Okay

00:40:50: und ohne jetzt zu viel zu verraten zu wollen aber was passiert denn wenn man hundert Jahre nichts macht?

00:40:54: Also sind da dann nur noch Buchen oder liegt alles voll mit Totholz?

00:40:58: Also im Bereich vom Naturschutzgebiet Metzger haben wir sogar relativ gute Zahlen weil es eben, in den zwölfundzwanzig nochmal aufgenommen wurde und vor wenigen Jahren dann nochmal Es würde ohne den Eingriff des Menschen auf ein Rheinbuchenwald, mehr oder minder Rhein-Buchenwald hinauslaufen.

00:41:18: Mhm,

00:41:18: weil die alles andere dominieren sozusagen?

00:41:21: Genau!

00:41:21: Weil die natürlich hier vorkommen würde und mit ihrer Wuchstynamik und mit Ihrer Adaption an diese Boden beziehungsweise Klimaverhältnisse alles andere totwachsen würde.

00:41:33: Okay interessant.

00:41:35: Na gut also alle sind herzlich eingeladen sich das auch mal vor Ort anzuschauen.

00:41:41: vielleicht zum Abschluss Ich weiß, es sind nur noch fünf Prozent die du draußen sein kannst oder darfst.

00:41:47: Hast du noch einen Tipp wo man sonst noch einen schönen Einblick oder einen Waldspaziergang machen kann?

00:41:53: Oder wo du gerne selber bist bei euch im Gebiet?

00:41:57: Also ich bin ein Riesenfreund vom Hafen Lortal.

00:42:00: Ich finde das einfach, dass es eine wunderschöne Gegend dieser Kombination aus einem Spessart-Wiesental mit Waldrum rum.

00:42:08: Von da kann man wunderbare Wanderungen machen auch durch alte Eichenbestände und was im Spessert ein bisschen fehlt sind die Ausblicke sage ich immer.

00:42:18: Es gibt wenige Stellen wo man wirklich weit gucken kann aber das Hafenlortal ist für mich so... Das fühle mich immer wieder schön.

00:42:26: Also so ein lauer Sommertag und eine Wanderung wunderbar.

00:42:31: Okay, dann bedanke ich mich schon mal recht herzlich dass du heute bei uns im Studio warst.

00:42:36: Ich denke es war sehr interessant.

00:42:39: wir haben viel gelernt.

00:42:40: Was passiert mit dem Holz?

00:42:42: Wie kann man es schützen wie wichtig ist aber auch die Jagd dabei.

00:42:46: Danke für die vielen interessanten Einblicke Und an alle die zuhören nutzt die Möglichkeit den Spessart vor Ort euch anzuschauen.

00:42:56: Ich glaube, wir haben heute zumindest mitgenommen dass er ein wahrer Schatz ist und auch was Besonderes was es lohnt ist zu bewahren aber auch zu entdecken.

00:43:06: Danke dir!

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